
Kelvin Opondo
Koordinator für Jugendprogramme
Kelvin ist Koordinator für Jugendprogramme bei Better Me Kenya. Seit 2006 engagiert er sich in der Gemeindearbeit in Kenia. Er bringt Menschen zusammen und begleitet junge Menschen dabei, ihre Stärken zu entdecken. Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Menschen aus verschiedenen Ländern prägen seine Arbeit.
Was hat dich zu Better Me gebracht, und was motiviert dich bis heute?
Meine Leidenschaft für die Arbeit mit jungen Menschen, Kindern und Frauen in der Gemeinde. Auf meinen Reisen durch mehrere afrikanische Länder und Asien habe ich Menschen kennengelernt, die sich mit viel Energie für junge Menschen einsetzen. Das hat mich inspiriert, auch bei uns etwas zu bewegen.
Was mich bis heute motiviert, ist die Freude, die diese Arbeit bringt. Es gibt immer neue Herausforderungen, aber ich sehe auch, dass sich etwas verändert. Manchmal sind es kleine Schritte: Jemand bekommt einen neuen Blick auf sein Leben, fasst Mut oder findet wieder Freude. Teil davon zu sein, bedeutet mir viel.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Wenn ich ankomme, spreche ich erst einmal mit den Kindern im Zentrum und tausche mich mit unseren internationalen Freiwilligen aus. Dann schauen wir, welche Aktivitäten für den Tag geplant sind – bei uns und bei unseren Partnern.
Ich telefoniere auch mit Menschen aus der Gemeinde und vereinbare Besuche. Je nachdem, was gerade gebraucht wird, stehen Gespräche, gemeinsame Veranstaltungen oder Hausbesuche an. Jeder Tag bringt etwas anderes mit sich.
An welchen Angeboten arbeitest du gerade?
Ein großer Teil meiner Arbeit sind Einheiten zu Alltagskompetenzen und psychosoziale Unterstützung an Schulen und in staatlichen Rehabilitationseinrichtungen für junge Menschen. Dazu kommen Sportangebote für das Wohlbefinden, kreative Einheiten mit Kunst und gemeinsame Aktivitäten mit anderen Organisationen vor Ort.
Wir schaffen auch Räume, in denen Menschen offen über ihre Erfahrungen und Herausforderungen sprechen können. Mir ist wichtig, dass junge Menschen sich gehört fühlen und Unterstützung bekommen, die ihnen im Alltag hilft.
Was gefällt dir an deiner Arbeit besonders – und was fällt dir schwer?
Ich hole gern neue Freiwillige vom Flughafen ab. Mit jedem Menschen kommt eine neue Erfahrung und etwas, das ich lernen kann. Ich freue mich auch, wenn eine Veranstaltung zur psychischen Gesundheit gut läuft oder wir in einer Rehabilitationseinrichtung etwas Sinnvolles mit den Jugendlichen machen.
Und ich mag die gemeinsamen Momente: zusammen kochen, Gerichte aus anderen Ländern ausprobieren und sich kennenlernen.
Schwer ist für mich das Abschiednehmen. Man arbeitet zusammen, wächst als Gruppe und dann ist die Zeit schon wieder vorbei. Wir bleiben in Kontakt, und zum Glück kommen einige zurück und setzen ihre Arbeit mit uns fort.
Wie prägen deine internationalen Erfahrungen deine Arbeit?
Der Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern hat meinen Blick auf die Arbeit verändert. Trotz aller Unterschiede in Kultur, Religion oder Bildung gibt es viele Herausforderungen, die wir teilen.
Manche Fragen, die uns hier beschäftigen, sind anderswo schon aufgetaucht, etwa rund um psychische Gesundheit und Lebensweisen. Von diesen Erfahrungen können wir lernen. Das hilft mir, Herausforderungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und zu überlegen, welcher Ansatz bei uns sinnvoll sein könnte.
Was macht Better Me für dich besonders, und was können Freiwillige hier mitnehmen?
Besonders ist für mich unser Mentoring und die Möglichkeit, junge Menschen über Schulen und andere Treffpunkte in der Gemeinde zu erreichen. Wir können zuhören, Orientierung geben und Themen ansprechen, für die im Alltag oft wenig Raum bleibt.
Freiwillige bringen unterschiedliche Fähigkeiten und Ideen mit. Wir begleiten sie dabei, diese in unsere Arbeit einzubringen. Ich hoffe, dass sie praktische Erfahrungen sammeln, voneinander lernen und manche Vorstellung hinterfragen, mit der sie angekommen sind. Wer offen ist, kann hier viel lernen, über andere und über sich selbst.
Was würdest du jemandem raten, der bei Better Me mitmachen möchte?
Überlege dir, warum du mitmachen möchtest und was du beitragen kannst. Gleichzeitig solltest du offen dafür bleiben, dass vor Ort manches anders aussieht als erwartet.
Das Bild, das du von Kenia mitbringst, und das Leben, das du hier kennenlernst, können sich unterscheiden. Auch Essen, Klima, Sprache und Abläufe sind vielleicht ungewohnt. Gib dir Zeit, dich einzufinden. Wenn eine andere Aufgabe ansteht als die, die du dir vorgestellt hast, schau gemeinsam mit dem Team, ob sie zu dir passt. Vielleicht entdeckst du dabei etwas, das dir viel bedeutet.
Was wünschst du dir für die Zukunft von Better Me?
Ich wünsche mir, dass wir mehr Freiwillige willkommen heißen und unsere Programme auch an weiteren Orten in Kenia anbieten können.
Vor allem möchte ich junge Menschen dabei unterstützen, ihre innere Stärke zu entdecken. Wenn sie anfangen, sich selbst zu vertrauen, können sie ihre Talente erkennen und ihren eigenen Weg finden. Ich glaube, jeder von uns bringt ein Puzzleteil zum großen Ganzen mit. Wenn wir verstehen, dass jeder seinen Platz hat, können wir unsere Unterschiede besser annehmen und gemeinsam etwas bewegen.




















