Eine Zeit, die mein Leben verändert hat – von Malea aus der Schweiz

Schon so lange ich denken kann, wollte ich eine andere Kultur kennenlernen und dabei etwas Sinnvolles tun.

Als Freiwillige nach Kenia zu gehen, war für mich die perfekte Gelegenheit, diesen Traum wahr werden zu lassen. Ich wollte etwas beitragen, Neues lernen, ein anderes Land entdecken – und dabei auch selbst wachsen.

Das Projekt – Mit Herz dabei

Ich habe an einer Schule und in einem Rehabilitationszentrum für Kinder mitgeholfen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren. Die Arbeit war abwechslungsreich, manchmal herausfordernd, hat mir aber vor allem unglaublich viel gegeben. Ich habe im Unterricht unterstützt, Babys betreut, mit den Kindern gespielt und gemeinsam mit ihnen Geschichten erfunden.

Ein typischer Tag? Den gab es eigentlich nicht.

Jeder Tag war anders – ein kleines Abenteuer für sich. Worauf ich mich aber immer verlassen konnte, waren die abendlichen Gespräche mit den Kindern. Das waren besondere Momente: ehrlich, tiefgründig und oft sehr berührend.

Besonders ans Herz gewachsen ist mir das Rehabilitationszentrum. Nach jedem Besuch hatte ich das Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben. Die Kinder dort sind nicht anders als andere Kinder, die nie mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind. Sie sind neugierig, kreativ und liebevoll – einfach Kinder. Leider habe ich gemerkt, dass nicht alle Freiwilligen das so sehen. Manche tun sich mit dem Gedanken schwer, mit diesen Kindern zu arbeiten, als würde ihre Vergangenheit sie ausmachen. Davon bin ich überhaupt nicht überzeugt. Sie verdienen genauso viel Aufmerksamkeit, Zuwendung und Chancen wie alle anderen – und vielleicht noch etwas mehr Verständnis.

Ich habe eng mit einem tollen Team vor Ort zusammengearbeitet. Auch die anderen Freiwilligen waren ein wichtiger Teil meiner Zeit hier.

Ohne Teamarbeit geht es nicht. Du kannst nicht hierherkommen und versuchen, allein die Welt zu verändern. Es geht darum, einen kleinen Teil zu einer größeren Veränderung beizutragen – gemeinsam mit den Menschen vor Ort.

Auch die Ideen und Erfahrungen der anderen Freiwilligen haben mir sehr geholfen und mich inspiriert.

Was hat mir am meisten gefallen?
Die Zeit mit den Kindern – spielen, lachen, malen und gemeinsam in der Natur unterwegs sein. Auch in das Land selbst habe ich mich verliebt: die Safaris, die Inseln, die atemberaubenden Landschaften und die herzlichen Menschen. Und ich fand es toll, Freiwillige aus aller Welt kennenzulernen.

Was war schwierig?
Wegen meiner Hautfarbe anders behandelt zu werden. Als „Muzungu“, also als weiße Person, habe ich oft Aufmerksamkeit oder Bewunderung bekommen, die mir unangenehm war. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass weiße Menschen als etwas „Besseres“ angesehen werden. Das stimmt natürlich nicht. Selbst nach fast sechs Monaten hatte ich mich daran noch nicht richtig gewöhnt. Schließlich bin ich nicht anders als die Menschen hier – ich habe nur eine andere Hautfarbe.

Das Leben in Kenia – Abseits des Projekts

Auch außerhalb der Arbeit haben wir viel erlebt. Wir haben Ausflüge gemacht, waren mit den Kindern in der Natur unterwegs und auf Safari, haben Sonnenuntergänge am Viktoriasee bestaunt und Spieleabende mit den anderen Freiwilligen verbracht. Oder einfach die gemeinsame Zeit genossen.

Manches war ganz anders als zu Hause – vor allem der Umgang mit Zeit. Die „African time“ ist deutlich entspannter als die Pünktlichkeit, die wir aus der Schweiz kennen. Am Anfang fiel mir das schwer. Mit der Zeit habe ich aber gelernt, lockerer zu werden. Es muss nicht immer alles durchgeplant sein. Manchmal kann man auch einfach abwarten und darauf vertrauen, dass es schon klappt.

Die Menschen in Kenia habe ich als offener und herzlicher erlebt, als ich es von zu Hause gewohnt bin. Auch ihr Glaube gehört viel selbstverständlicher zum Alltag. Das hat mich tief beeindruckt.

Meine schönsten Erlebnisse & was ich gelernt habe

Jede Begegnung mit den Kindern war etwas Besonderes. Ihre Offenheit, ihr Lachen, ihre Geschichten – das hat mich wirklich berührt. Ein unvergessliches Highlight war die Safari in der Maasai Mara. Diese Landschaft und die Tiere dort zu erleben, war einfach unglaublich.

Ich habe Freundschaften geschlossen, die hoffentlich noch lange halten – mit anderen Freiwilligen und natürlich mit dem Team vor Ort, das mir sehr ans Herz gewachsen ist.

Diese Zeit hat mich verändert. Ich bin an Dingen gewachsen, mit denen ich gar nicht gerechnet hatte. Inzwischen kann ich vor anderen Menschen sprechen, ohne nervös zu werden, und komme besser damit klar, wenn Pläne sich spontan ändern oder jemand zu spät kommt. Ich habe mich auf eine neue Kultur eingelassen und dabei unglaublich viel gelernt. Auch die kleinen Dinge im Leben schätze ich heute mehr. Ich habe gesehen, wie glücklich Menschen sein können, die viel weniger haben, als wir es von zu Hause gewohnt sind.

Ein riesiges DANKESCHÖN

Danke an alle, die diese Zeit möglich gemacht haben – an das Team vor Ort, an Better Me und an alle, die mich unterstützt haben. Dank euch habe ich etwas erlebt, das ich nie vergessen werde. Ich habe so viel gelernt, gesehen und gefühlt.

Das Leben hier wird mir unglaublich fehlen. Und eins weiß ich ganz sicher: Ich komme wieder.

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