2023 bin ich ganz zufällig auf Better Me und deren Freiwilligenprogramm gestoßen, durch einen Social-Media-Beitrag einer ehemaligen Freiwilligen. Als ich mehr über die Organisation erfahren habe, wusste ich: Das passt zu mir. Und jetzt ist tatsächlich 2025, ich mache ein Gap Year und bin schon seit fünf Wochen hier!
Vor meiner Ankunft wusste ich überhaupt nicht, was mich erwartet. Ehrlich gesagt war ich ziemlich nervös, weil ich noch nie in Afrika gewesen war. Aber als ich Kelvin, Tom und ein paar der anderen Freiwilligen am Flughafen gesehen habe, war ein großer Teil der Aufregung schon weg. Sie haben mich so herzlich empfangen, dass ich mich gleich wohlgefühlt habe.
Ich erinnere mich noch genau an die kurze Fahrt vom Flughafen zum Dome House. Ich war völlig überwältigt von allem um mich herum – so anders als mein Alltag zu Hause in England!
In Korando haben mich auch die anderen Freiwilligen herzlich begrüßt und mir das Schulgelände gezeigt. Hier leben die Internatskinder, und hier würde auch ich die nächsten sechs Wochen zu Hause sein.
Zu einer normalen Woche gehören tägliche Schwimmstunden, Englisch- und Life-Skills-Unterricht im Remand Home, einem Zentrum zur Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen, sowie Kunstunterricht an der St.-Williams-Schule und in Korando. Dazu kommen Teambesprechungen und die Vorbereitung der Stunden.
Wobei „normal“ hier relativ ist: Kein Tag ist wie der andere. Jeden Tag erlebt und lernt man etwas Neues und nimmt Erinnerungen mit.
Besonders schön finde ich das Lesen mit den jüngeren Kindern. Normalerweise können sie sich kaum länger als zwei Minuten konzentrieren. Aber sobald wir uns mit einem Buch hinsetzen, drängen sich alle um mich herum, hören aufmerksam zu und wollen ein Buch nach dem anderen vorgelesen bekommen! Das gibt mir das Gefühl, wirklich etwas beitragen zu können.
Auch die Abende mit den Kindern habe ich sehr genossen. Ich gehe mit zu ihrem täglichen Gottesdienst, und danach sitzen wir zusammen und reden. Sie erzählen mir von ihrem Leben, was sie mögen, was sie nicht mögen und wovon sie träumen. Dadurch sind mir viele von ihnen richtig ans Herz gewachsen. Der Abschied nächste Woche wird deshalb verdammt schwer!
Was mir während meiner Zeit hier zu schaffen gemacht hat, war das schlechte Gewissen. Die einen wachsen mit so vielen Möglichkeiten auf, die anderen in Armut – einfach, weil sie an einem anderen Ort geboren wurden. Dieser Unterschied hat mich überall beschäftigt, ob in Korando oder bei Ausflügen in die Umgebung. Den anderen Freiwilligen ging es ähnlich. Wir hatten alle das Gefühl, dass das, was wir tun, nicht reicht und auch nie reichen würde.
So schwer das zu akzeptieren ist: Für sich allein reicht es tatsächlich nicht. Es ist unrealistisch, für ein paar Wochen hierherzukommen und zu erwarten, dass man das Leben der Kinder dauerhaft verändert. Wir haben uns deshalb darauf konzentriert, dass Veränderung gemeinsam entsteht.
Unser einzelner Beitrag mag klein sein, aber wir sind Teil von etwas Größerem.
Zusammen können diese Beiträge auf Dauer etwas bewegen – und genau das wünschen wir uns, wenn wir hierherkommen.
Während meiner Zeit hier musste ich immer wieder an einen Satz denken, den Tom am ersten Tag zu mir gesagt hat, als wir den Flughafen verließen:
„Diese Erfahrung wird das, was du daraus machst.“
Daran habe ich mich jeden Tag erinnert. Ich habe versucht, jede Gelegenheit zu nutzen, bei allen Aktivitäten dabei zu sein und mir so viel Zeit wie möglich zu nehmen, um die Kinder kennenzulernen. Und dabei wirklich da zu sein und den Moment zu genießen.
So hatte ich hier eine intensive Zeit, die mich tief berührt hat und die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Es gab viele Höhen und Tiefen, und leicht war es ganz bestimmt nicht immer. Trotzdem würde ich nichts daran ändern.
Allen, die als Freiwillige nach Kenia kommen, kann ich nur empfehlen ihren Rat zu beherzigen: Kommt mit einem offenen Kopf, dann fahrt ihr mit einem erfüllten Herzen nach Hause!
Asante sana & vielen Dank!
Eloisa


















